EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Singen (Hohentwiel) von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2022 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Am 15. Juni 1863 eröffneten die Großherzoglich Badische Staatseisenbahnen (BadStB) die 88,73 Kilometer lange Strecke zwischen Waldshut über Singen (Hohentwiel) nach Konstanz. Damit erhielt das Dorf Singen einen Grenzbahnhof zur Schweiz.

Das Empfangsgebäude Singen (Hohentwiel)

Die Betriebsstelle erhielt 1863 eine Bauhütte vom Bahnhof Waldshut, die als provisorisches Stationsgebäude mit Büro und Lagerhalle herhalten musste. Daneben baute die BadStB eine Wagenremise. Das Provisorium wurde bis 1877 genutzt. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Am 2. Juli 1866 wurde das Teilstück der „Schwarzwaldbahn“ zwischen Singen (Hohentwiel) und Engen in Betrieb genommen. Die Eröffnung der 149,14 Kilometer langen „Schwarzwaldbahn“ war am 10. November 1873. 1874 wurde ein zweites Streckengleis nach Radolfzell verlegt. Die Planungsarbeiten für ein massives Empfangsgebäude in Singen (Hohentwiel) begannen. Die Schweizerische Nationalbahn (SNB) eröffnete ihre „Randenbahn“ zwischen Winterthur und Singen (Hohentwiel) am 17. Juli 1875. Dafür musste das provisorische Stationsgebäude zurückgebaut sowie der Wagenschuppen abgerissen werden. Die Gleise 7 und 8 samt Bahnsteig wurden verlegt. Am selben Tag eröffnete die SNB auch ihre 13,29 Kilometer lange Strecke von Etzwilen nach Singen (Hohentwiel). Das zweite Empfangsgebäude Erst 1877 wurde das Stationsgebäude in Seitenlage in Betrieb genommen. Es war ein symmetrischer, mehrgliedriger und verputzter Typenbau im Stil des Klassizismus. Ein einstöckiger, traufenständiger und langer Verbindungsbau mit Satteldach einem Eingangsportal in seiner Mitte wurde von jeweils einem zweistöckigen mit einem Mezzanin (Halb- oder Zwischengeschoss) versehenden Eckbau mit flachem Walmdach abgeschlossen. Die Eingangsportale an Orts- und Gleisseite besaßen zwei gekuppelte Portalbögen (breite Öffnung durch Stützen unterteilt) mit Portalsäulen. Das Erdgeschoss hatte Rundbogenfenster und Türen mit gemauerten Rahmen. In den Obergeschossen wurden Rechteckfenster mit Fensterläden verbaut. Im Verbindungsbau gab es eine Schalterhalle mit Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie Warteräume für die unterschiedlichen Wagenklassen, ein Bahnhofsrestaurant und weitere Diensträume. In den Obergeschossen der Eckbauten waren Dienstwohnungen entstanden, im Erdgeschoss befanden sich weitere Diensträume. Östlich des Stationsgebäudes waren ein separates Abortgebäude, eine Laderampe und ein Gasfüllkessel entstanden. Dort befand sich auch das Maschinenhaus der SNB und der BadStB sowie ein dreiständiger Lokschuppen mit 16-Meter-Drehscheibe. Neben dem Hausbahnsteig gab es noch zwei weitere Inselbahnsteige sowie eine umfangreiche Gleisanlage. Der Bahnhof besaß eine Güterabfertigung und gehörte 1938 zur Rangklasse I. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1887 siedelte sich die Firma Maggi gegenüber dem Stationsgebäude an. Sie erhielt einen Gleisanschluss. Am 2. September 1899 wurde Singen (Hohentwiel) das Stadtrecht zuerkannt. Um 1900 entstand über den Gleisen eine 93,6 Meter lange und 5,25 Meter hohe Fußgängerbrücke („Maggi- Steg“). Das provisorische Stationsgebäude von 1863 wurde noch bis 1912 als Magazin genutzt. Am 21. November 1913 eröffnete die BadStB die Nebenbahn nach Beuren-Büßingen, die am 25. September 1966 stillgelegt und die Gleise am 21. November 1966 zurückgebaut wurden. 1927 entstand ein neuer Ortsgüterbahnhof mit einer Güterabfertigung mit zwei Hallen zwischen den Streckengleisen nach Konstanz sowie das Zollamt das mit Schweizer und Deutschen Zollbeamten besetzt war. Am 21. April 1945 wurde der Bahnhof durch Bombenabwürfe schwer beschädigt. 1958 wurden zwei Stellwerksbauten in Betrieb genommen, die die alten Stellwerke ersetzten. 1960 wurde das Empfangsgebäude saniert. 1969 entstand ein Containerumschlagplatz. 1977 wurde die Schwarzwaldbahn elektrifiziert. Dafür musste der „Maggi-Steg“ zurückgebaut werden. Als Ersatz entstand ein Personentunnel. Aufgrund der unterschiedlichen Stromabnehmer der Elektrolokomotiven der Schweizerische Bundesbahnen AG (SBB) wurde der „Zig-zack“ der Oberleitung von 40 auf 20 Zentimeter und die Längsspannweite von 80 auf 60 Meter verringert. 1889 elektrifizierte die SBB die Strecke nach Schaffhausen. Bis 1996 war das Zollamt durch Schweizer und Deutsche Zöllner besetzt. 2004 legten die SBB die Strecke nach Etzwilen still. Was hat sich verändert, was ist geblieben Durch die Veränderungen bei der Sanierung des Empfangsgebäudes 1960 wurde der Verbindungsbau um ein zweites Stockwerk erhöht und ein Verputz in Terrakottafarbe aufgetragen. Somit wurde der Urzustand des Gebäudes erheblich verändert, was sich aber in der Gesamtwahrnehmung des Bauwerks nicht grundsätzlich bemerkbar macht. Die Bahnhochbauten stehen als „Sachgesamtheit“ unter Denkmalschutz.
Bilder Singen (Hohentwiel)
Bahnhof 1925
Luftaufnahme
Bahnhof 1877
Die Eisenbahn “kam” am 15. Juni 1863 nach Singen. Also 28 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Singen hatte zu diesem Zeitpunkt 1.532 Einwohner (Ende 2020 waren es 48.033 Einwohner).
Bahnhof 1925 Bahnhof 1877 ahnbauten mehr zum Thema hier  B Mannheim - Konstanz Mannheim Hbf Konstanz Schwarzwaldbahn (Baden) Offenburg Singen (Hohentwiel) Planung und Konzession

Bahnstation Singen (Hohentwiel)