EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Stadtallendorf von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten Bahnstation Stadtallendorf Bahnstation Stadtallendorf
Bau und Streckeneröffnung Der Bauabschnitt zwischen Treysa und Kirchhain, der zunächst eingleisigen Main-Weser-Bahn ist am 4. März 1850 von der Kurhessischen Staatsbahn fertiggestellt worden. Die Eröffnung der 199,8 km langen Gesamtstrecke war am 15. Mai 1852. 1892 entstand zunächst ein Haltepunkt, der die Bezeichnung Allendorf trug. Er verfügte über zwei Bahnsteige und ein Wärterhäuschen. Das Empfangsgebäude Stadtallendorf 1903 verlängerte die „Königlich Preußische Staatseisenbahnen (K.P.St.E.) die Bahnsteige und verlegte ein Überholgleis. 1904 entstand eine Ortsgüteranlage mit Güterschuppen, Rampen und Freiladegleis. Der Haltepunkt wurde zum Bahnhof hochgestuft. 1908 entstand ein traufenständiges, zweistöckiges Stationsgebäude aus teilverputztem Fachwerk und einem östlichen, einstöckigen Anbau mit Walmdach. Das Gebäude im Heimatstil errichtet hatte ein Bruchsteinfundament, das Obergeschoss verfügte auf der Ortsseite über ein sichtbares Fachwerk und einen Treppenrisalit zum Ober- und Dachgeschoss, wo sich die Dienstwohnungen befanden. Im Erdgeschoss gab es eine Schalterhalle mit Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie Wartesäle. Die Gleisanlage bestand aus zwei Überholgleisen, sechs Rangiergleisen mit Ausziehgleis und einer Ortsgüteranlage. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse III. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1938 entstanden im Herrenwald die größten Sprengstofffabriken in Europa mit eigenen 26 km langen Gleisanlagen in Richtung Kassel. Sie überstanden den Zweiten Weltkrieg ohne Schaden. 1941 wurde der Inselbahnsteig durch einen Personentunnel verbunden. In den Bahnhofsköpfen wurde je ein Stellwerksgebäude errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich in Bahnhofsnähe immer mehr Industrie- und Gewerbebetriebe an. Der Bahnhof entwickelte sich zu einem bedeutenden Frachtzentrum zwischen Gießen und Kassel. 1960 erhielt Stadtallendorf mit seinen 15.000 Einwohnern die Stadtrechte.

1966/67 wurde das Stationsgebäude grundlegend saniert und verputzt. In einem einstöckigen Anbau mit

Satteldach in Richtung Kassel entstand eine Schalterhalle mit Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie ein Kiosk.

Ein Güterschuppenanbau befand sich seitlich des Hauptgebäudes in Richtung Gießen. Die alten

Treppenüberdachungen des Inselbahnsteigs wurden entfernt und eine neue Überdachung gebaut.

Der Stückgutverkehr wurde 1976 eingestellt. 2001 schloss die Deutsche Bahn AG (DBAG) die Schalterhalle. 2009 begannen umfangreiche Umbaumaßnahmen am Stationsgebäude und im Bahnhofsvorplatz. Dabei wurde der seitliche Anbau verlängert, um einer Fahrradstation Platz zu machen. Ein überdachter Inselbahnsteig wurde neu gebaut. Im April 2010 wurde die alte Güterabfertigung abgerissen, um neue Parkplätze zu schaffen. Was hat sich verändert, was ist geblieben Im Empfangsgebäude entstanden Wohnungen, ein Reisebüro sowie Sozialräume für die Rangierer.
Die Eisenbahn “kam” am 4. März 1850 nach Stadtallendorf. Also 15 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Stadtallendorf hatte zu diesem Zeitpunkt wenig Einwohner (Ende 2019 waren es 21.391 Einwohner).
Planung und Konzession
Bahnhof von 1908
Luftaufnahme
Bilder Allendorf
Bahnhof von 1908 Main-Weser-Bahn Kassel Hbf Frankfurt (Main) Hbf