EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Rennsteig von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2020 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bahnstation Rennsteig Bahnstation Rennsteig

Bau und Streckeneröffnung

Die 11 Kilometer lange Teilstrecke, zwischen dem preußischen Schleusingen und Therma ging am 28. Oktober 1888 in Betrieb. Es war das erste Teilstück der Strecke zwischen Plaue und Therma. Die Preußische Staatseisenbahnen begann 1903 mit den Bauarbeiten. Die Gesamtstrecke von 62 Kilometern wurde am 1. November 1904 eröffnet. Der Bahnhof lag mitten im Wald am Höhenweg Rennsteig. In der Umgebung gab es keine Siedlungen. Jedoch hofften die umliegenden Betriebe der Holz-, Porzellan- und Glasindustrie auf einen Bahnanschluss. Drei Trassen wurden geplant. Dabei stellte sich heraus, dass die kürzeste auch die steilste Verbindung in Richtung Stützerbach war und damit die wirtschaftlichste. Die damaligen Dampflokomotiven konnten die Steilstrecken nur mithilfe von Zahnstangen vom Typ Abt befahren. In Richtung Schmiedefeld musste ein Höhenunterschied von 167 Metern auf einer Länge von 1,89 Kilometer überwunden werden. Der erste Bahnhof war als Spitzkehre vorgesehen. Der Vorteil war, dass die Lokomotiven beim Anstieg am Ende des Zuges und beim Abstieg am Anfang stand. Die Gleisanlage des Bahnhofs bestand aus drei Stumpfgleisen.

Das Empfangsgebäude Rennsteig

Das zweistöckige Stationsgebäude entstand erst im Jahr 1906. Die Fassade war, wegen der Brandgefahr, mit Bitumen-Schindeln verkleidet. Nur die Gebäude- und Fensterumrahmungen waren aus dunklem Schiefer. Der Eingang zum Gebäude war durch einen Windfang geschützt. Hier betrat der Reisende einen Dienstraum mit Fahrkartenschalter und kleinem Warteraum. Zur Straßenseite hin gab es ein Holzhaus, in dem sich ein „Restaurant“ befand. Etwas südlich stand ein kleiner Güterschuppen aus Wellblech mit Kopf- und Seitenrampe. In nördlicher Richtung war ein Toilettenhäuschen aus Fachwerk mit Schamwand errichtet worden. Im Obergeschoss befand sich die Dienstwohnung des Fahrdienstleiters. Der Hausbahnsteig war gleichzeitig auch Freiladegleis und Holzrampe. Den befestigten Mittelbahnsteig konnten die Reisenden nur durch Überschreiten des Hausbahnsteigs erreichen. Daneben befand sich ein Abstellgleis. Mit der Streckeneröffnung wurden die Erwartungen der Bahn übertroffen.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

Am 11. November 1913 eröffnete die 4,85 Kilometer lange Kleinbahn nach Frauenwald den Betrieb. Dafür wurden die Gleisanlagen erweitert, ein Lokschuppen gebaut und der Güterschuppen durch einen Fachwerkbau ersetzt. 1927 baute die Bahn die Zahnstangen nach Schmidefeld und nach Stüterbach zurück. 1937 eröffnete die Berlin-Suhler Waffen und Fahrzeugwerke GmbH in den Nähe des Bahnhofs eine Betriebsstätte. Sie wurde bei Kriegsende gesprengt. Am 5. Juni 1966 legte die Reichsbahn die Kleinbahn nach Frauenwald still und baute die Gleise 1977 zurück. In den 1960er-Jahren riss die Reichsbahn die Bahnhofsgaststätte ab. 2003 übernahm die Rennsteigbahn GmbH & Co. KG die Strecke zwischen Ilmenau und Therma. 2010 war der Umbau des historischen Güterbodens abgeschlossen. Er erhielt die ehemalige Bahnsteigüberdachung von Gleis acht des Erfurter Hauptbahnhofs. Am 16. Juni 2014 wurde der planmäßige Personenverkehr auf der Strecke Ilmenau - Rennsteig im Auftrag des Freistaates Thüringen wieder aufgenommen. Der Betreiber ist die Erfurter Bahn GmbH

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Das Empfangsgebäude und der Güterschuppen wurden saniert und dient seit 2010 als Gaststätte „Gleis 1“. Um das Stationsgebäude gibt es viele Requisiten und Objekte aus Stahlschwellen. Sie sind mit viel Liebe zum Detail mit Blumen geschmückt. Selbst die entwendete Bahnhofsuhr mit Jugendstil-Elementen aus Gusseisen wurde durch eine Kopie ersetzt.
Bahnhof von 1906
Luftaufnahme
Bilder Rennsteig
Bahnhof von 1906 747,0 Plaue - Themar Plaue (Thür) Themar Planung und Konzession ahnbauten mehr zum Thema hier  B PANORAMA
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